Ebay und PayPal

Gepostet am | 2. März 2012 | 3 Kommentare

Die­ser Bei­trag hat über­haupt nichts mit Über­set­zen zu tun, ich möchte die Geschichte aber den­noch unbe­dingt mit der Öffent­lich­keit tei­len, zumal, weil ich davon aus­gehe, dass dahin­ter Sys­tem steckt:

Fol­gen­des ist pas­siert: Ich habe bei Ebay einen Kar­ton mit Kla­mot­ten mei­nes Ältes­ten ver­stei­gert (eine Jacke, drei Jeans, drei Spor­tho­sen). Jacke und Jeans hat er nie getra­gen; die Spor­tho­sen schon. So stand es auch in der Arti­kel­be­schrei­bung. Da ich ein net­ter Mensch bin und noch wei­ter aus­sor­tiert habe, habe ich dem Paket als Bonus noch zwei T-Shirts beige­legt. Diens­tag um 10 Uhr lief die Auk­tion aus, es wurde sofort von einer rus­si­schen E-Mail-Adresse aus per Pay­Pal bezahlt und um 12 Uhr habe ich das Paket auch schon zur Post gegeben.

Mitt­woch erhalte ich über Ebay die Nach­richt, dass die Käu­fe­rin die Rück­nahme for­dert mit fol­gen­der Begrün­dung: „Die Sachen sind nicht nur getra­gen, son­dern teil­weise kaputt: die Jacke, die laut Beschrei­bung „nie getra­gen wurde“ ist getra­gen, viel gewa­schen, ver­färbt verblast und hat LÖCHER hin­ten und am Arm; Jeans unten abge­nutzt, Gür­tel hin­ten kaputt und abge­schnit­ten, Schnur an Shorts ist kaputt… Das finde ich Frech, so was unter bezeich­nung „fast nie getra­gen” zu ver­kau­fen. Sol­che Sachen würde ich sogar kos­ten­los nicht neh­men. Sie erhal­ten ent­spe­chende Bewertung.”

Ich rea­gierte noch am sel­ben Tag: „Das muss ein Miss­ver­ständ­nis sein; ein Gür­tel war bei­spiels­weise gar nicht dabei. Ver­wech­seln Sie mich vielleicht?”

Am nächs­ten Tag erhielt ich von Ebay die Mit­tei­lung, dass die Käu­fe­rin den Fall für einen von der Beschrei­bung abwei­chen­den Arti­kel eröff­net hat. Mein Vergehen:

Der Arti­kel weicht erheb­lich von der Beschrei­bung ab
Der Käu­fer hat ver­sucht sich mit Ihnen in Ver­bin­dung zu set­zen
Der Käu­fer hat am 28. Feb. 2012 bezahlt.
Der Käu­fer hat Kon­takt mit Ihnen über Ihre E-Mail-Adresse auf­ge­nom­men.
Der Arti­kel ist äußer­lich beschä­digt.
Sie haben dem Käu­fer nicht geant­wor­tet
Sie koope­rie­ren nicht mit dem Käu­fer, um das Pro­blem zu lösen”

Spä­tes­tens das war dreist gelo­gen, ich habe nie eine E-Mail von der Käu­fe­rin erhal­ten und über­haupt; sie hatte das Paket erst am Tag zuvor erhal­ten, da kann man wohl kaum davon aus­ge­hen, dass ich nicht kooperiere!

Also ant­wor­tete ich: „Moin moin, hier muss eine Ver­wechs­lung vor­lie­gen. Es war bei­spiels­weise gar kein Gür­tel dabei! Auf den Fotos ist auch zu sehen, dass die Hosen kei­nes­falls unten abge­nutzt sind. Die Sachen ent­spra­chen in vol­lem Umfang der Beschrei­bung. Bitte sen­den Sie mir Fotos von den Sachen, auf denen die Beschä­di­gun­gen zu sehen sind.”

Dann wollte ich etwas per Pay­Pal bezah­len und stellte fest, dass mein Konto um den gezahl­ten Betrag im Minus war (ich über­weise erhal­tene Gel­der immer sofort auf mein Giro­konto; des­halb war es eigent­lich leer). Aus­glei­chen wollte ich es nicht, somit konnte ich es auch nicht nut­zen. Also schrieb ich an den Kun­den­dienst von Ebay mit der Frage, was das soll, die Frau kann doch nicht ein­fach behaup­ten: Die Sachen sind kaputt und ohne Beweis muss ich ihr das Geld erstat­ten und sie kann die Ware behalten!

Heute ist Frei­tag, drei Tage nach Auk­ti­ons­ende, und soeben erhielt ich Nach­richt von Ebay, sie hät­ten der Käu­fe­rin das Geld erstat­tet. Mein PayPal-Konto ist wie­der bei Null und ich gehe davon aus, dass ich das Geld nicht zah­len muss.

Fazit: Betrug war noch nie so ein­fach. Sachen kau­fen, per Pay­Pal bezah­len, behaup­ten, die Ware sei feh­ler­haft, Geld von Ebay erstat­tet bekom­men, Ware behal­ten und fer­tig. Ich bin fas­sungs­los. Wie oft die Per­son das wohl schon gemacht hat? Und wie viele Per­so­nen das wohl so machen?

 

<- Der Axe Effekt für’s Haar        Danke für’s Zuhö­ren ->

 

 

 

Aut­hor: Miriam Neid­hardt

Miriam Neid­hardt arbei­tet seit 1998 frei­be­ruf­lich als Diplom-Übersetzerin für Eng­lisch und Rus­sisch und ist Auto­rin von „Über­le­ben als Über­set­zer – Das Hand­buch für frei­be­ruf­li­che Über­set­ze­rin­nen” , erhält­lich nur bei Amazon.

Kommentar

3 Kommentare to “Ebay und PayPal”

  1. Daniela Gotta
    2. März 2012 @ 19:28

    selbst schon pas­siert. pay­pal hat das geld wochen­lang fest­ge­hal­ten.-.. du bist macht­los.… ebay nd pay­pal? nie mehr ;.)

  2. Gerald
    3. März 2012 @ 08:25

    Ja eBay ent­fernt sich immer wei­ter von ursprüng­li­chen eBay spi­rit. Vor Jah­ren schon Chef­etage falsch besetzt, lau­ter fal­sche Ent­schei­dun­gen, Ver­käu­fer wan­dern ab wegen den von dir geschil­der­ten Grün­den und zu hohen Gebü­ren. Kun­den wan­dern ab, weil keum noch echte Auk­tio­nen da sind und als Han­dels­platz ist eBay fast immer teu­rer als alle Google Suchen. Kon­se­quenz= Mit­glie­der­schwund und jetzt wird auch noch jede Menge Per­so­nal freigesetzt.

  3. Chani
    5. März 2012 @ 10:25

    Danke für die­sen Bei­trag. Wenn die Lage so ist, ist es wahr­schein­lich sinn­vol­ler, die Kla­mot­ten zum nächs­ten Oxfam-Shop zu brin­gen oder sie jeman­dem zu schen­ken, der in der Not ist und sie gut brau­chen kann.

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